HEIMKEHR IN DEN HEIMATHAFEN

1839 gab es in Irland kaum Industrie, 72% der Bevölkerung lebte von der Landwirtschaft. So wohnte auch Stormin Normans Ururururururgroßvater Ailín mit seiner Mutter (Stormin Normans Urururururururgroßmutter), seiner Frau (Stormin Normans Ururururururgroßmutter) und seinen drei Söhnen (darunter Stormin Normans Urururururgroßvater Derry) in einer bescheidenen Behausung auf einem Stück gepachtetem Land. Dort baute die Familie Getreide und Kartoffeln an und hielt einige Schafe.

Die Wolle und das Getreide gingen als Pachtzahlung an den englischen Großgrundbesitzer und es blieb, wie für die meisten irischen Familien dieser Zeit, lediglich die einfach, billig und schnell anzubauende Kartoffel zur Selbstversorgung. Schwere körperliche Arbeit, wenig Schlaf und die Sorge um das Wohl der Familie prägten das Leben von Ailín aber um nichts in der Welt wollte er seine Kinder mit diesen Sorgen belasten. Jeden Abend bevor die Kinder zu Bett gingen, holte er seine Gitarre hervor. Sein gesamtes Herzblut legte er in seine Fingerspitzen und er sang und tanzte, dass der Frohsinn einen jeden ansteckte, der zuhörte. Sogar die Nachbarn kamen, um sich von der Kraft seiner Musik beflügeln zu lassen. Derry konnte ihm stundenlang lauschen, völlig fasziniert und überwältigt von der Musik. Der Vierjährige fragte seinen Vater, wie er bloß so atemberaubend spielen könne. Eines Abends erzählte ihm Ailín, es sei ein kleiner grüner Kobold, der in der Gitarre hauste. Unsichtbar, doch es gäbe nichts was er mehr liebte als die Menschen voller Freude tanzen zu sehen. Ailín war froh, den Menschen das schwere Leben etwas versüßen zu können.

1842 wurde die bis dahin unbekannte Krankheit „Kartoffelfäule“ entdeckt. Die Sporen werden vom Wind verbreitet und gedeihen in kaltem, feuchtem Klima besonders gut. Jedoch nicht nur klimatisch bedingt bot Irland die perfekten Vorraussetzungen für die nahende Katastrophe. Damals wurden im ganzen Land nur zwei verschiedene Kartoffelsorten angebaut, beide waren anfällig und durch den monokulturellen Anbau konnten sich die Krankheitserreger völlig ungebremst und viel schneller als sonst ausbreiten. Immer häufiger hatten Ailín und die Nachbarbauern mit Missernten zu kämpfen.  Ihrer Grundnahrungsmittel beraubt, schmerzte der Gedanke die Heimat zu verlassen, die Sorge um seine Familie überragte alles. Um der großen Kartoffelpest zu entkommen, ließ Ailín seine Liebsten packen. Nur Proviant für die Reise sollte mit, sonst nichts, und er nahm sich fest vor, in dieser Hinsicht streng zu bleiben, denn es stand zu viel auf dem Spiel. Doch sein Sohn Derry kam zu ihm, die vollkommene Verzweiflung ins Gesicht geschrieben, mit der Gitarre in der Hand und fragte mit zittriger Stimme was denn nun aus dem Kobold werden würde. Wortlos nahm Ailín die Gitarre an sich, hing sie sich um, zurrte sie fest und griff nach der Hand seines Sohnes. Und so zogen sie los. Tagelang liefen sie, um den Hafen zu erreichen. Wenn schmerzende Glieder, Hunger oder Müdigkeit sie plagten, spielte Ailín auf seiner Gitarre. Als sie im Hafen auf Schiffe warteten, die sie mitnehmen würden, klimperte er für die erschöpften und mutlosen Gleichgesinnten.

Auf dem Schiff besang er die Seemänner und als er wieder sicheren Boden unter den Füßen hatte, verstummte er nicht. So brachten Stormin Normans Vorfahren die Irische Volksmusik aufs europäische Festland und er bringt sie zu uns aufs Open Doors. Nicht nur das Talent hat er über Generationen hinweg von seinem Ururururururgroßvater weitergegeben bekommen. Stormin Norman steht mit keiner anderen Gitarre, als Ailíns besaitetem Kobold-Heim wieder einmal mehr auf der Bühne und erfreut mit seiner Stimme und des vererbten Zaubers in seinen Fingerspitzen die Besucher und seine Fans.

Präsentiert von





 












 






 









 






 

Socials