Wurzelbehandlung für Bohlen

1986 war ein Jahr der Katastrophen: In Tschernobyl ereignete sich der bis dahin schwerste Unfall der Kernenergie, die US Raumfähre „Challenger“ explodierte, Argentinien gewann gegen Deutschland die Fußballweltmeisterschaft und Modern Talking stürmte die Hitparaden. Aber das Leben beweist uns, dass selbst aus dem größten Chaos immer wieder etwas Neues entstehen kann.

So gewann zum Beispiel Boris Becker Wimbledon. Aber es sollten noch großartigere Ereignisse folgen, denn nicht nur Argentinien, auch Dieter Bohlen wurde großartig gekontert und bekam eine Wurzelverschreibung des musikalischen Ursprungs. Unbewiesen ist allerdings, dass Bohlen so viel Blech redet, weil er eine Überdosis von Gebläse statt Plastik eingeworfen hat. Unbestritten ist allerdings, dass sich die beiden Musiker Achim Reus (Solo Hornist Radio Symphonieorchester Stuttgart und somit Gebläse-Spezialist) und Heiner Seikel (Schlagzeuger und somit staatlich anerkannter Konservenvernichter) zusammen taten, um modernen, nichtssagenden Dummschwätzern, den musikalischen Garaus zu bereiten.

Was mit gemeinsamer Liebe zu Bands wie "Blood, Sweat & Tears" und "Chicago" begann, gipfelte in ausverkauften Konzerten, bei denen die Getränke aus richtigen Gläsern getrunken wurden und Plastikbecher verboten waren. Einer der Höhepunkte war, dass Red Bull Konsumenten im Frankfurter Südbahnhof ein Hausverbot ausgesprochen wurde und, dass niemand mit Plastiktüten auf die Konzerte zugelassen wurde. Unbewiesen ist allerdings die Behauptung, dass sich aus Gebläse statt Plastik die Grünen gründeten und in den Bereich der Fabel gehört auch die Aussage, dass Claudia Roth bei einem Konzert der Band für die Grünen des Saals verwiesen werden sollte, weil sich ihr Schmuck als billiges Plastikgehänge entpuppte. Tja, Träume wachsen dann doch nicht immer in den Himmel. Bewiesen ist allerdings, dass Gebläse statt Plastik einen legendären Auftritt zusammen mit der noch legendäreren Chaka Khan zelebrierten. Unbewiesen ist dagegen, dass Chaka Khan nach diesem Konzert eine Initiative gegen gelben Müll gegründet hat.

Eine zwischenzeitliche Umbenennung der Band in „Rock und Gebläse“ verwischte allerdings das Konzept und vergraulte den Großteil der männlichen Fans, die sich weigerten Röcke anzuziehen um Röcke und Gebläse zu vermischen. Also zurück zu den Wurzeln, die ja nicht umsonst auch allergisch auf jede Art von Plastik reagieren. Und wenn sich dann doch ein bisschen Plastik, zum Beispiel in Form eines Keyboard auf die Bühne verirrt, dann wollen wir großzügig darüber hinweg sehen und uns daran freuen, dass dieses kleine Stückchen Plastik zum einen in der Minderheit ist und zum anderen seinen Teil zum musikalischen Hochgenuss des Gebläses beiträgt. Die Tendenz stimmt und die Musik allemal auch.

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