TIROLER WÖLFE

Es gibt immer noch Menschen, die die Trenkwalder für banale Volksmusiker halten. Diejenigen täuschen sich aber ganz gewaltig. Das rockt, drückt, groovt und geht dermaßen voll auf die Zwölf, dass im wahrsten Sinn des Wortes kein Auge trocken bleibt. Ich gebe zu, dass der ein oder andere Titelname der trenkwälderischen Songs auch Hansi Hinterseer gut stehen würde. Aber so gut stand der nicht mal auf Skiern, wie die Trenkwalder in ihren Lederhos’n hüpfen und rocken. Und die Fischerin vom Bodensee ist bei weitem nicht so gemütlich wie man vermuten darf, sondern zündet einen Außenbordmotor, der dich von Bregenz ohne Luft zu holen auf den Vorarlberg katapultiert. Von dort ist es dann nicht mehr weit bis zu den Sternen über Tirol.

Und auch wer jetzt glaubt, dass es hiermit etwas besinnlicher zugeht, wird mit handgemachter Musi eines besseren belehrt. Bei Drahdiumadum geht es mit einem Ländler voll auf die Oberschenkel und spätestens jetzt ist die Heimat der Trenkwalder nicht mehr zu verleugnen. Und das wollen sie auch gar nicht. Im Gegenteil. Dennoch sind die Alpenrocker nicht auf die Alpen fixiert, sondern machen vor definitiv gar nichts Halt. Party, Reggae, Rockabilly und Polka mischen sich zu einem Austro-Pop, welcher dem Hinterseer die Bindungen platzen lässt und er dann nachts schweißgebadet von einem Polkaüberfall träumt. Dabei war es nur sein alter Skipokal. Also, vom Festzelt auf dem Acker, über Bauernmarkt im Dorf, Skihütte auf dem Berg, Casino in Las Vegas oder Oktoberfest in Vietnam bespielen die Trenkwalder alles, aber seichte Volksmusik mit Schmerzen im Herzen auf gar keinen Fall. Lederhos’n sind sexy und die Trenkwalder brauchen kein Oktoberzelt damit die richtige Stimmung aufkommt. Die drei Musiker rund um Frauenliebling Hubsi nehmen vom Akkordeon bis zum Alphorn alles in die Hand oder gar in den Mund, und dann geht es so richtig ab.

Da spielt man schon mal mit der rechten Hand das Alphorn und mit der linken ein Basssolo – gar kein Thema. Schlagt die Hacken aneinander, klopft euch auf die Oberschenkel und los geht’s. Hubsi Trenkwalder singt und spielt seine Harmonika, Demibata lässt den Bass schmatzen und beherrscht noch so einiges mehr und Saitenakrobat Philipp rockt an der Gitarre dass Van Halen vor Neid auf den Großglockner flüchten würde. Und wenn sexy Hubsi mal so richtig zeigt, was in seiner Lederhose so alles drin steckt, dann hubst vor der Bühne auch so einiges auf und ab. Da ward schon die eine oder andere Rosi gesehen, die vor lauter Glück ihren Traktor vergessen hat, um sich hinterher zu fragen, wie denn der Tiroler Hut und die Lederhose in den Traktor kommen konnten. Wir freuen uns auf die Tiroler Wölfe im Schafwollpullover, aber uns täuscht ihr nicht. Von wegen seichte Volksmusik, das glauben nur die, die immer noch in den Hinterseen leben.

Präsentiert von





 












 






 









 






 

Socials