WADENKRAMPF IM AUFRÄUMARM

Es war einmal ein kleiner Prinz, der aber nicht in einem schönen Schloss mitten in den Wäldern und Feldern unglaublicher Weiten eines Königreiches irgendwo in Nordeuropa lebte, sondern recht schlicht in seinem kleinen Kinderzimmer in der Großstadt zwischen Industriegebiet und Hauptbahnhof. Eine recht triste und graue Stadt, wenig Grün und mehr Dönerbuden als Kinderspielplätze. Als Einzelkind war der kleine Prinz Muttis Ein und Alles.

Doch der Prinz war in seinem kleinen Reich unterfordert, sämtliche Spielsachen flogen regelmäßig aus den Kisten und Regalen auf den Boden, ein heilloses Durcheinander. Er spielte mit Lego und Duplo gleichermaßen, wie mit seinen Matchbox-Autos und der Merklin-Eisenbahn. Teddybären und Puppen waren seine Passagiere, Kopfkissen stellten die Landebahnen für seine Papierflugzeuge dar und mitten im ganzen Chaos schlief er immer glückselig unter seinen ganzen Spielsachen auf dem Teppich ein. Seine Mutti wusste der Lage kaum mehr Herr zu werden. Der kleine Prinz lebte in seiner blumigen Phantasiewelt und erfand immer neue Dinge, die er ausprobieren, kombinieren oder basteln wollte. Sämtliche Wände sind angemalt und sein Bett war kaum mehr zu erkennen. Blumige Traumlandschaften tummelten sich auf beengenden sechs Quadratmetern. Schließlich wurde er eingeschult und seine Lehrer hatten von nun an ihre liebe Not mit dem Kleinen, der geistig außer Rand und Band war. Viel zu viel beschäftigte ihn, er fing an zu philosophieren und nachzudenken, was wäre wenn… und überhaupt, wie passt alles zusammen, zu viel Energie wollte er freisetzen. Einstein und Nitzsche faszinierten ihn, Wissenschaft und Philosophie sowieso.

Aber auch die Muse, Lyrik und Schauspiel nahmen in seinem Universum Platz. Seine Freunde waren gute Jungs, aber konnten ihm in seiner Weitsicht kaum das Wasser reichen. Es musste ständig etwas Neues her. Jahre später, irgendwann angekommen mitten in den Abiturvorbereitungen verliebte er sich. Leider nicht in ein Mädchen, aber in eine wunderschön geschwungene Gitarre, die so lieblich klang und ihm so viele Möglichkeiten bot, sich auszutoben und selbst neu zu erfinden. Der kleine Prinz wurde größer und reifer. Er entdeckte die Mathematik in der Musik, aber auch was es bedeutet, tonal seine Gefühle auszudrücken. Wie schön man Stilistiken vermischen und somit gänzlich Neues erschaffen kann. Die Klangvielfalt bot ihm einiges, aber doch fühlte er sich limitiert in seinem Schaffen. Sicherlich hätte er am heimischen Computer seine Kopfkunst in Nullen und Einsen gießen können, aber er war so voller Tatendrang, dass er raus auf die Bühnen dieser Welt musste. Mitstreiter mussten her, und sie mussten ihm gewachsen sein. Lange hat er gesucht und viele Möchtegernmusiker verschlissen. Die Zeit schritt voran, viele Kalenderblätter fielen von der Wand, auch sollte mal langsam die Tasche mit Geld und der Kühlschrank mit Essen gefüllt werden.

Doch eines Tages bot sich ihm die Gelegenheit: Bei einer Jamsession für Extrovertierte fand er bei zwei weiteren Hirnakrobaten Anschluss, seine Ideen wurden origineller und kreativer, er ließ sich von den beiden neuen Instrumentalisten so weit inspirieren, dass sich der einst kleine Prinz zum König der Noten, Takte und Rhythmen entwickelte. Das Chaos ist im Prinzip geblieben, aber nun fand man sich regelmäßig zusammen um ebendieses zu bändigen und in Formen zu verpacken. Der kleine Prinz nannte sein chaotisches Trio von nun an KaosPR!NZiP, und dieser Name ist wohl Programm! Konzerte entwickeln sich zu Shows und jederzeit kann alles Mögliche passieren. Ab sofort wird unvorhersehbar und nahtlos durch Sprachen, Genres, Jahrzehnte und Instrumentierung gewandert. Neben zahlreichen eigenen Kompositionen wurden von diesem dynamischen Trio auch unzählige bekannte Klassiker auf den Kopf gestellt oder auch schlicht authentisch interpretiert. Eine gehörige Priese Rock’n’Roll fehlt natürlich nicht in dem ganzen Durcheinander, jedoch ist garantiert, dass es laut und mal leise, schnell und mal langsam, witzig und mal seriös wird. Ambitioniert ist das Programm und mittlerweile hat der Prinz sein Chaos zu Hause gut im Griff. Seine Mutti ist stolz auf ihn!

 

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