STURZBÄCHE AUS SCHWEISSPERLEN

Dieser eine Tropfen, der das Fass zum Überlaufen bringt, dieser eine Funke, der den Sprengstoff entzündet, dieser eine Dezibel, der im Gehörgang die Härchen zum bersten bringt, dieses eine Fitzelchen Energie, das ist genau das, was April Art ausmacht. Wo andere nur spielen, sind April Art einen Schritt weiter. Wo nehmen die vier Gießener nur diese ungeheuere Kraft und Ausdauer her? Es sind nicht nur eigene Schweißperlen, die dem Powerquartett im Gesicht herunter rinnen. Fitness-Studio? Brauchen wir nicht. Wir haben April Art.

Und das Rezept ihrer Performance ist so einfach wie ein Drei-Gänge-Menü, das jedoch gleichzeitig am Tisch serviert und direkt in den Kopf gepresst wird. So gibt es zur Vorspeise knackige Kompositionen, die mit so viel Liebe und Wut zu gleichen Teilen in die Musik arrangiert wird, dass es ihr an Emotion wahrlich nicht mangelt. Den Hauptgang servieren sie mit einer schier unbegrenzten Performance, die eigene und fremde Schweißperlen zu Sturzbächen und Wasserfällen werden lassen. Kein Schlag, kein Rhythmus bleibt unbewegt, kein Muskel hängt schlaff am Knochen und selbst die Mimik morpht zu anormalen Verrenkungen beim endlosen Bewegungsdrang der Akteure.

Zum Nachtisch kredenzen sie ein hohes Maß an Musikalität, die beiden Saitenakrobate zeigen an dicken und dünnen Stahlsaiten, was in ihnen steckt, während der Drummer wie das Animal die Felle verdrischt und die Sängerin ihre Lunge auf links dreht. Man nehme eine gesunde Portion Funk, eine kleine Priese Hard-Rock, einen guten Schuss Heavy-Metal, rührt dies mit der Zeitmaschine einmal durch die späten 90er Jahre und lässt es bei feurigen 1.250° C etwa 40 Minuten langsam garen.

Ein Crossover, wie er von der Welt seit vielen Jahren vermisst wird, so frisch und zeitlos, wie man sich diesen nur wünschen kann. Sängerin Lisa-Marie versteht es, sich wie eine Schlange auf der Bühne zu bewegen, sprüht ihr Gift ins Mikrofon und betört nicht nur die männlichen Zuschauer. Extrem rockig und bluesig-rau ist ihre Stimme, die sie passend zu den abwechslungsreichen Songs überschlagen kann, aber auch glasklar und transparent einzusetzen weiß. Alles was zählt ist der Moment der Emotion, so wie sie es auf der Bühne bei ihren eigenen Songs spüren, so übertragen sie all das, was Rockmusik ausmacht, aufs Publikum. Hüpfen und springen, moshen und pogen, tanzen und feiern, das alles ist ein Selbstläufer unter den Fans, dies bedarf keiner Aufforderung durch die Frontfrau. Power ohne Ende, und kein Ende in Sicht. Dafür sind sie auch noch viel zu jung. Und wären sie das nicht, würden sie nicht beim Newcomer Bandcontest antreten.

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