FORMVOLLENDETE SAITENSPRÜNGE

Vor nicht allzu langer Zeit in einem gar nicht weit entfernten Land wuchs ein kleiner Bub zu einem jungen Mann heran. Schon früh erwachte seine Faszination für Ästhetik und trieb seine Neugier an. Wegbeschreibungen für die Suche nach formvollendeter Schönheit gab es nicht, also ließ er sich treiben, wohin auch immer der Wind ihn führen würde. Und er fand was er suchte. Auf dem hellen Marktplatz eines kleinen Dorfes, stand ein bezauberndes Mädchen mit ihrer Gitarre am Brunnen. Von ihrer Anmut gefesselt, scharten die Menschen sich um sie herum. Auch unser junger Abenteurer war seines Atems beraubt und er wusste, er musste sie haben.

Sein Ziel klar vor Augen, bahnte er sich seinen Weg durch die Menge bis er direkt vor der jungen Dame stand und als wäre er von allen guten Geistern verlassen, entriss er ihr die Gitarre und rannte so schnell er konnte davon. Er wurde verfolgt, entkam ihnen aber, konnte zur Ruhe kommen und seine Aufmerksamkeit endlich seinem Schatz widmen. Tagelang rührte er sich nicht vom Fleck, es gab nur die Gitarre und ihn. Er übte, spielte, vergaß zu essen, zu schlafen und überhaupt die ganze Welt um sich herum. Bis heute scheint die Zeit stehenzubleiben, wenn er den betörenden Klang der Saiten hört.

Seine Reise konnte nun richtig beginnen. So viel gab es zu entdecken in der wundervollen Welt der Musik. Doch wo sollte er bloß anfangen? Ziellos und den Kopf immer in den Wolken, verträumt und völlig fasziniert führte er seinen Weg fort. Die Worte reihten sich mit jedem Schritt aneinander und manchmal überkam ihn sogar ein Hauch einer Melodie. Doch weiter ging es nicht. Vor ihm tat sich eine Schlucht auf, keine Brücke weit und breit. Seine Ideen waren ebenso verstreut wie er selbst und ließen sich nicht sinnvoll umsetzen. Es mussten Konturen her an denen er sich festhalten und entlang hangeln konnte. Etwas das seiner Fantasie Struktur geben würde und ihm ermöglichen würde dieses Hindernis zu überkommen.

Ein Schlagzeuger ebnete ihm, mit einem klaren, starken Rhythmus den Weg und nun, zu zweit auf großer Reise, fanden sie im nächstgelegenen Städtchen Gehör. Auf der Straße, sowie in einigen Bars legten sie ihr Herzblut in ihre Stücke und die Leute kamen, lauschten, applaudierten und gingen wieder. Die Musik des Duos gefiel, jedoch fehlte es ihr an Langlebigkeit. Die Tiefe ihrer Leidenschaft drang nicht zu den Zuhörern durch, ihrer Musik fehlte der Nachdruck, der sich in die Herzen bohren und die Massen berühren würde. Sie waren bereits kurz davor, ihre Bemühungen als Fehlschlag abzustempeln und aufzugeben, als sich ihnen ein Gleichgesinnter offenbarte.  Wortlos, ungefragt und doch unbeirrt stellte er sich mit seinem Bass zwischen die leicht bis mittelschwer irritierten Herren und stieg mit ein. Obwohl ungeprobt und unabgesprochen, entfaltete sich das Potenzial ihrer Kombination schlagartig. Ihr akustisch progressiver Folkrock mit dem Herz auf der Zunge und dem Kopf in den Wolken strahlt ein tiefgehendes Gleichgewicht aus, das ansteckt und so sonst nirgends zu finden ist.

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