Tagtraum statt Tagebuch

Purple Rising ist die wohl gefragteste Deep Purple Tribute-Band Deutschlands.The Deep Purple Experience, sagen sie von sich selbst. World’s finest Deep Purple Tribute, Europas meiste Deep Purple Coverband Deutschlands. Solche Namen geben sich auch nur die Bands selbst, oder? Aber was die Qualität einer originalgetreuen Show in Nachahmung eines populären Originals mit sich bringt, steht wie folgt geschrieben – ein Kommentar eines weiblichen Fans, welcher Purple Rising vergangenes Jahr unverhofft zum ersten Mal live erleben durfte und ihre Empfindungen in Worte packte:

„Einmal, ein einziges Mal, hat mein großer Bruder mich, die kleine, nervige Schwester, gefragt, ob ich mitkommen wolle. Zu Monsters of Rock. Ganz in der Nähe, in Mainz. Und ich blöde Kuh hab nein gesagt! Wohl weil ich Landei Angst vor so einer geballten Ladung Rock hatte, aber eher, weil mir so viel ungewohnte Bruderliebe unheimlich vorkam. Seither ärgere ich mich schwarz, sehr schwarz, dass ich diese Gelegenheit nicht genutzt habe, die ganz Großen der Rockmusik hautnah und live zu erleben. Es wird nicht besser mit den Jahren, wo eben auch die Großen alt werden und nicht mehr auf Tour gehen. Immerhin hat es mein Bruder geschafft, mich mit dem Virus der Rockmusik zu infizieren, und dann gibt es ja Gott sei Dank diese Tribute-Bands, die ihre Leidenschaft für ihre musikalischen Vorbilder mit Leib und Seele und liebevoll-detailgetreu auf die Bühne bringen. War schon immer so. Zweites und Drittes Brandenburgisches Konzert von Bach – immer wieder gecovert von den besten Philharmonien der Welt. Die Zauberflöte von Mozart – ein Klassiker, wird nach wie vor gerne gehört. Und nun eben das ausgehende, ausgeflippte 20. Jahrhundert.

Und dann steht das in die Jahre gekommene Landei mit geschlossenen Augen vor genau so einer Bühne und kriegt doch noch die volle Breitseite ab – Deep Purple, unsagbar lauter und besser noch, als aus des Bruders Stereoanlage! Pommes-Gabeln beidhändig in die Höhe gereckt und das Haupthaar geschüttelt, als wäre man wie damals gerade mal Zwanzig, und mit sich uneins, ob man denn dem fabelhaft authentischen Gesang lauschen oder lieber – genetisch mit Child-in-time‘schem Sopran ausgestattet – lauthals mitsingen soll und dann, nur um zu checken ob man sich noch auf dem altbekannten Planeten befindet, die Augen wieder aufgemacht, den Blick geradewegs auf diese Typen gerichtet, die da eine Show veranstalten, ihr Ding sowas von können, mindestens genauso viel Spaß haben und genauso von diesen brachialen Hymnen hypnotisiert sind wie ihr begeistertes Publikum.“

 

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